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Michaels aktuelle Plattentipps

The Blue Aeroplanes: "Magical Realism: The Best Of The Blue Aeroplanes 1985 - 2025" (Chrysalis, Jan. 2025)
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The Tasty Kings with Blondie Chaplin: "Native Tongue" (Digital: Sept. 2023 * CD: Stand Clear, Jan. 2025)
Eine etwas misteriöse CD ist das! Kürzlich hatte ich bei YouTube nach Clips von Blondie Chaplin, dem aus Südafrika stammenden Sänger und Gitarristen, der in den frühen 70ern mal für wenige Jahre ein Beach Boy war, gesucht. Dabei kam mir diese CD unter, in die ich reingehört habe und die ich mir dann sogar relativ kurzfristig bei meinem Online-Händler des Vertrauens bestellen konnte. Anscheinend bereits 2023 nur digital erschienen ist die real existierende CD wohl erst im Januar 2025 herausgekommen. So wie ich nun mal gestrickt bin habe ich dann versucht, mehr über die "Tasty Kings" herauszubekommen. Die Aufnahmen fanden in Austin/Texas statt und müssen wohl über mehrere Jahre gedauert habe, da zum Beispiel der beteiligte Keyboarder Ian MacLagen, ehemals Small Faces, schon einige Jahre nicht mehr in Austin, sondern im Himmel mit Jimi, Janis und Co. musiziert. Blondie wurde laut eigener Aussage zu den Session eingeladen und hat dabei offensichtlich so gut eingeschlagen, dass er nun auf alle Tracks singt und bei manchen auch Gitarre spielt. Laut der eigenen Bandcamp Seite stammt die Band aber aus New York City. Einige der beteiligten Musiker sind recht bekannt und spielen oder spielten ansonsten in den Touring Bands von Bob Dylan (Bassist Tony Garnier und Gitarrist Charley Sexton) oder sogar den Rolling Stones (Bassist Darryl Jones, Drummer Charlie Drayton und Blondie Chaplin), aber es handelt sich bei den Tasty Kings wohl um keine feste Band, sondern ein Projekt, dessen einzige Konstante der Gitarrist, Produzent und Songschreiber Andrew Morse ist, über den ich aber wenig bis garnichts im Netz erfahren konnte. Immerhin scheint er auch noch der Kopf vom Label Stand Clear zu sein, wie die Emailadresse in den Kontaktdaten der Webseite vermuten lässt.
Alle diese geklärten und ungeklärten Details sind aber eher unwichtig, denn "Native Tongues" ist in jedem Fall ein gutes Rockalbum im Stil der 70er, guten Songs von Andrew Morse, gutem Gesang von Blondie Chaplin, guter Instrumentalarbeit der beteiligten Profimucker. Ausserdem hat natürlich die "Detektivarbeit" zu den "Knackigen Königen" Spass gemacht.
(2025-12-15)
[Blondie Chaplin (1977)]
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Marty Stuart & His Fabulous Superlatives: "Space Junk - 20 Superlative Instrumentals" (Snakefarm, Vinyl: Apr. 2025 * CD: Nov. 2025)
Marty Stuart und seine geniale Band haben sich für das neue Album dem Thema "Surf Musik" gewidmet. Und wenn ich mal von ein paar frühen Beach Boys Alben absehe, ist das hier tatsächlich meine erste Platte im Surf-Sound. Auf jeden Fall meine erste in deren typischer Variante ohne Gesang. Im April gab's das Album bereits auf Vinyl zum Record-Store-Day, war aber schwer zu kriegen und mir auch viel zu teuer. Jetzt ist eine bezahlbare CD erschienen, die ich mir zugelegt habe, immerhin im schönen Pappcover, zu desssen großartiger Ästhetik auch das verwenmdete Gemälde auf der Vorderseite beiträgt, das von niemand anderem als Herb Alpert stammt. Vermutlich wurde bei der gesamten Covergestaltung auch eine Platte aus den 60ern als Vorlage verwendet (wahrscheinlich etwas von A&M, denn Herb Alpert war das "A" in "A&M"!). Wenn mir einfällt welche, dann kann ich das Cover auch auf meine Seite mit "gecoverten" Plattencovers stellen.
Insgesamt eine tolle Platte mit toll klingenden Gitarre von Marty Stuart und Kenny Vaughan. Der fehlende Gesang wird nicht wirklich vermisst.
(2025-12-15)
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"The Power Of The Heart: A Tribute To Lou Reed" (Light In The Attic, April 2024)
Tribute Alben finde ich meistens spannend, vorausgesetzt, mich interessiert der Künstler, dem Tribut gezollt wird. Da ist dieses Album hier auch nicht anders: es ist immer spannend zu hören, welche Künstler dabei sind und was sie aus den Vorlagen machen. Klar auf der Plusseite bei mir Keith Richard mit "Waiting For The Man", anscheinend dem einzigen Stück hier aus Velvet Underground Zeiten. Ansonsten gibt es nur Lieder von Lous Soloplatten, die nicht so oft gecovert werden. Sehr schön finde ich Mary Gauthiers lange Version von "Coney Island Baby" und Rufus Wainwright mit "Perfect Day". Manchmal stört es mich, wenn die Lieder zu sehr verändert werden, zum Beispiel Rickie Lee Jones mit den geänderten Akkorden bei "Walk On The Wild Side". Da mir einige der Lieder im Original von Lou nicht wirklich vertraut sind kann ich jetzt leider noch kein Beispiel nennen, wo ich die Neuinterpretation besonders spannend finde.
Erstes Fazit: ein schönes Album, das es im April 2024 kurz mal zum Record Store Day als "Rarität mit Ankündigung" gab und damals für mich leider nicht mehr erhältlich war, als ich von seiner Existenz erfuhr. Vor ein paar Monaten müssen aber wohl doch noch ein paar der damals nicht verkauften Exemplare den Weg zu uns gefunden haben und es gab das Album (Vinyl-Only!) zu einem erstaunlich günstigen Kurs (knapp 20 Oiros, wenn ich mich richtig erinnere), weshalb ich natürlich sofort zugeschlagen habe.
(2026-01-03)
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