|
Jim Ford werkelte kurzzeitig im Untergrund des Country-Soul und wurde
von mir damals entdeckt, als Edsel sein Harlan Country wiederveröffentlichte.
Das passte gut in die Ecke Dan Penn, Delaney & Bonnie und Tony Joe
White. Irgendwann ist mir die CD dann abhanden gekommen und als ich wieder
beim White Soul angekommen war, war sie nicht mehr aufzutreiben. Heute
soll sogar die Edsel CD für 200 Dollar gehandelt werden!
Das ist nun Dank Bear Family vorbei. Die haben nun das gesamte Harlan
Country Album mit jeder Menge Singles und 10 unveröffentlichten Songs
aus Fords Privatarchiv zu einem absoluten Leckerbissen geschnürt.
Perfekt remastert, im stilsicheren Digipak und mit 40-seitigem Booklet
noch dazu.
Ford war ein Drifter. Er wuchs in Harlan Country, Kentucky auf, zog über
Louisiana an die Westküste, freundete sich mit Pat und Lolly Vegas
(später Redbone) an, schrieb den Song Niki Hoeky für P.J. Proby
(#22 der Charts) und war der Boyfriend von Bobbie Gentry. Er spielt in
dem Film Bongo Wolfs Revenge, zog Marlon Brandos Kinder auf (weil
er mit dessen ex-Frau zusammen lebte) und war in einer Playboy-Fotostory
mit nackten Mädles abgebildet (im Booklet zusehen). Sly Stone (Jim
Ford is the baddest white man on the planet) war sein bester Freund
(sie wohnten gar zusammen), Nick Lowe nennt ihn seinen größten
Einfluß und seine Songs fanden sich auf Platten von Aretha Franklin,
den Temptations und Bobby Womack.
Harlan Country spielte er 1969 bei Wally Heider in L.A. ein, im Studio
waren Dr. John, Jim Keltner, James Burton und Gerry McGee zugegen. Das
Resultat ist ein funky Southern Country-Soul Album mit einem Muscle Shoals
R&B-Groove. Damals nicht ganz perfekt, aber ganz nahe dran. Nun in
der Bear Family Edition zu einem glänzenden Edelstein des Genres
herausgeputzt! (rh)
(Glitterhouse)
|